LocalSend: Die AirDrop-Alternative für alle – Dateien teilen ohne Cloud und ohne Datenschutz-Bauchschmerzen

Du willst schnell mal Fotos oder Dokumente zwischen Handy, Laptop und Rechner schieben – egal ob iPhone, Android, Windows oder Mac – ohne Kabel und ohne alles durch eine Cloud zu jagen, bei der du nicht so recht weißt, wo die Daten am Ende liegen? Genau dafür ist LocalSend gemacht: eine kostenlose, quelloffene AirDrop-Alternative, die deine Dateien verschlüsselt und komplett offline in deinem eigenen Netzwerk überträgt. In diesem Tool-Tipp zeige ich dir, was es kann und warum es gerade für datenschutzbewusste Unternehmer:innen eine echte Erleichterung ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: LocalSend ist eine kostenlose, quelloffene AirDrop-Alternative für Windows, macOS, Linux, Android und iOS.
- Wie: Die Übertragung läuft komplett offline über dein eigenes WLAN – keine Cloud, kein Konto, kein fremder Server dazwischen.
- Sicherheit: Alle Übertragungen sind verschlüsselt, auf Wunsch zusätzlich per PIN abgesichert.
- Datenschutz-Plus: Deine Dateien bleiben bei dir – kein Umweg über WeTransfer, Google Drive & Co.
- Praxis: Auf Windows und Mac sofort einsatzbereit; unter Linux muss man es einmalig freischalten (dazu unten mehr).
Die Ausgangslage: iPhone links, Rechner rechts, dazwischen nichts
Kurze Szene von gestern Abend: iPhone in der einen Hand, mein Rechner davor – und dazwischen genau: nichts. Kein Kabel zur Hand, und AirDrop fällt flach, weil Apple das sauber im eigenen Ökosystem einbetoniert hat. Ich wollte einfach nur acht Fotos rüberschieben. Nicht mehr.
Und jetzt? Die Bilder per Mail an mich selbst schicken? Mal ehrlich – das fühlt sich 2026 einfach falsch an. Ich wollte eine Lösung, die sich anfühlt wie AirDrop, nur eben für alle Geräte. Nach kurzer Recherche bin ich bei LocalSend hängengeblieben. Installiert, getestet, für gut befunden. Deshalb dieser Tool-Tipp.
Exkurs: Was ist AirDrop überhaupt? AirDrop ist Apples hauseigener Dienst, um Dateien drahtlos zwischen iPhone, iPad und Mac zu teilen. Funktioniert genial – aber nur zwischen Apple-Geräten. Sobald ein Windows- oder Linux-Rechner mitspielen soll, bist du raus. Genau diese Lücke füllt LocalSend.
Was ist LocalSend?
Grundsätzlich ist LocalSend eine kostenlose App, mit der du Dateien direkt zwischen Geräten in deinem eigenen Netzwerk teilst. Laut der offiziellen Projektseite läuft das Ganze komplett offline – deine Daten verlassen dein WLAN nie und wandern durch keine fremde Cloud. Kein Konto, kein Login, keine Anmeldung. Du installierst die App auf beiden Geräten, und sie finden sich gegenseitig.
Was das Tool ausmacht (alle Angaben direkt von localsend.org):
- Für alle Systeme: Windows, macOS, Linux, Android und iOS.
- Verschlüsselt: Alle Übertragungen sind abgesichert, auf Wunsch zusätzlich mit einer PIN.
- Kostenlos & werbefrei: keine Werbung, kein Tracking, keine versteckten Kosten.
- Quelloffen: Der Programmcode liegt offen einsehbar auf GitHub.
Und nein, das ist kein Nischen-Bastelprojekt: über 70.000 Sterne auf GitHub und mehr als 5 Millionen Downloads. „Quelloffen“ heißt übrigens nur, dass jeder nachschauen kann, was die App wirklich tut – für datenschutzbewusste Menschen mMn ein echtes Vertrauensargument.
So einfach funktioniert’s
Keine Konfiguration, kein Handbuch nötig. In drei Schritten:
- Installieren – auf beiden Geräten die App laden und öffnen.
- Datei auswählen – Foto, Video, Dokument oder Text, jeder Dateityp geht.
- Aufs Gerät tippen – das Zielgerät erscheint in der Liste, du tippst drauf, fertig.
Die Datei landet standardmäßig im Downloads-Ordner (lässt sich in den Einstellungen ändern). Das war’s schon.
Der eigentliche Grund, warum ich es empfehle: Datenschutz
Jetzt wird’s für Geschäftsführer:innen und Selbstständige interessant – denn das ist der Punkt, der über „nettes Tool“ hinausgeht.
Der Klassiker im Arbeitsalltag: schnell mal eine Datei rüberschieben, also ab damit zu WeTransfer, in Google Drive oder in irgendeinen Cloud-Uploader. Klingt harmlos. Ist es aber nicht immer. Denn dabei landen deine Daten auf fremden Servern, häufig in Ländern außerhalb der EU. Jede Datei, die du dort hochlädst, ist im Grunde eine kleine Wette darauf, dass schon nichts passiert und niemand hinschaut.
Sobald personenbezogene Daten im Spiel sind – Kundendaten, Bewerbungsunterlagen, Gesundheits- oder Mandantendaten – brauchst du für solche Dienste streng genommen eine saubere rechtliche Grundlage. Für sensible Bereiche ist der schnelle Cloud-Upload schlicht ein No-Go.
Exkurs: Warum „fremde Server“ ein Thema sind Wenn ein Dienst deine Daten verarbeitet, brauchst du dafür in der Regel einen Vertrag und musst sicherstellen, dass die Daten geschützt sind – gerade, wenn die Server außerhalb der EU stehen (Stichwort „Drittlandtransfer“). Das ist Aufwand, Verantwortung und Risiko in einem. Am einfachsten umgehst du das, indem die Daten gar nicht erst das Haus verlassen.
Und genau das macht LocalSend: Die Datei bleibt in deinem Netzwerk, verschlüsselt, ohne dass ein Dritter sie zu sehen bekommt. Kein Cloud-Dienst, kein Konto, kein Server im Ausland. Für den schnellen Transfer – Foto vom Handy auf den Arbeitsrechner, Vertrag vom Laptop aufs Tablet – fällt der ganze rechtliche Ballast einfach weg, weil kein externer Dienst beteiligt ist.
Nur zur Info – keine Rechtsberatung: Ich schildere hier meine Einschätzung aus der Praxis, keine juristische Bewertung. Ob und wie du ein Tool datenschutzkonform einsetzt, hängt immer vom konkreten Fall ab. Im Zweifel klärst du das mit deinem Datenschutzbeauftragten oder deiner Rechtsberatung.
Kein gemeinsames WLAN? Der Hotspot-Trick
Ein ehrlicher Unterschied zu AirDrop, den du kennen solltest: LocalSend braucht beide Geräte im selben Netzwerk. AirDrop baut sich zwischen zwei Apple-Geräten eine eigene Direktverbindung auf – das kann LocalSend nicht (dafür läuft es eben auf allen Systemen).
Aber keine Sorge, das AirDrop-Gefühl bekommst du trotzdem hin – sogar ganz ohne Router oder Internet:
- Auf einem Gerät (bspw. dem Handy) den persönlichen Hotspot einschalten.
- Das andere Gerät (bspw. den Laptop) mit genau diesem Hotspot verbinden.
- Fertig – beide sind jetzt im selben Netz, und LocalSend findet sie.
Dabei fließt kein Byte über deine mobile Datenverbindung, die Übertragung bleibt rein lokal. Sprich – im Zug, beim Kunden oder unterwegs ohne vertrauenswürdiges WLAN bist du damit trotzdem transferfähig. mMn der wichtigste Kniff, den man zu LocalSend kennen sollte.
Für Linux-Nutzer: einmal die Firewall öffnen
Diesen Abschnitt kannst du überspringen, wenn du Windows oder Mac nutzt – da läuft LocalSend direkt.
Ich bin unter Linux unterwegs (konkret CachyOS), und da hat mich ein kleiner Stolperstein kurz aufgehalten: Mein iPhone hat den Rechner erst mal nicht gefunden, weil die Firewall im Weg stand. Nach einmaligem Freischalten lief es sofort. Falls es dir genauso geht – bei mir (Firewall „ufw“) waren es drei Zeilen im Terminal:
sudo ufw allow 53317/tcp
sudo ufw allow 53317/udp
sudo ufw reload
Danach findet dich das Handy zuverlässig. (Falls es immer noch hakt: kein Gäste-WLAN nutzen, da solche Netze die Geräte oft bewusst voneinander abschotten.)
Fazit
Meine Empfehlung wäre klar: Wenn du regelmäßig Dateien zwischen verschiedenen Geräten schiebst und dabei nicht jedes Mal ein mulmiges Gefühl wegen fremder Clouds haben willst, gehört LocalSend in dein Toolset. Kostenlos, verschlüsselt, quelloffen – und die Daten bleiben da, wo sie hingehören: bei dir.
Für mich war’s die Lösung, die sich endlich wie AirDrop anfühlt, aber ohne Apple-Zwangsjacke und ohne Umweg über die Cloud. Klare Sache: ausprobieren.